Blaue raschelnde Müllsäcke mit Kabelbindern auf Kunststoffstangen montiert sorgen für Geräusche und Bewegung, die die Rehgeiß in Unruhe versetzen und dafür sorgen, dass sie ihre Kitze aus der Wiese führt.

Blaue, raschelnde Müllsäcke mit Kabelbindern auf Kunststoffstangen montiert sorgen für Geräusche und Bewegung, die die Rehgeiß in Unruhe versetzt und damit bewirkt, dass sie ihre Kitze aus der Wiese führt.

Unsere Kitzrettungs-Aktion ging bereits durch die Medien. Kaum ein Landwirt oder Jäger im Raum Bayreuth/Hof kam an diesen Zeitungsartikeln vorbei. Der Aufschrei unter Fachleuten folgte unmittelbar: Man sah wildgewordene Tierschützer durch die Wiesen springen – am Ende mehr Unheil als Heil anrichtend.

So bekam ich kurzerhand die Gelegenheit, die wunderschöne Jagd Obernsees von Jagdpächter Manfred Marquard zu besichtigen, die er seit 32 Jahren hegt, und mich über seine Arbeit zu informieren (die im Übrigen sehr viel mehr ist, als nur auf Tiere zu schießen).

Die Wiesen standen kurz vor der Mahd und Manfred Marquard stellte vorbildlich auf allen seinen Wiesen Wildscheuchen auf. Doch nicht nur sein Verhalten war vorbildlich. Auch das der Landwirte. Während des gesamten Tages erreichten ihn permanent Anrufe von Landwirten, die ihre Wiesen zur Mahd bei ihm anmeldeten. Und so durchkämmten wir nochmals Wiesen unmittelbar vor der Mahd auf der Suche nach Kitzen, und verteilten die Wildscheuchen auf neuen Wiesen, die für den nächsten Tag zum Mähen angemeldet wurden.

Ganz offensichtlich war, welch freundschaftlicher Kontakt hier zwischen Jäger und Landwirten herrscht. Wenn Jäger und Landwirte gut miteinander kommunizieren, aber auch, wenn der Jäger seiner Aufgabe verantwortungsbewusst nachgeht, funktioniert der Wildschutz ohne hausgemachte Probleme.

Ich erlebte, wie engagiert und voller Liebe sich ein Jäger in seinem Revier um seine Tiere kümmert und seiner Aufgabe verantwortungsvoll nachgeht.

Und wenngleich in der Jagd Obernsees alles so wunderbar klappt, so bot ich ihm dennoch die Hilfe von Kitzrettung Oberfranken an, sollte er irgendwann einmal Unterstützung benötigen.

Er jedenfalls konnte sich für unser Projekt begeistern und fand es „eine tolle Sache“, dass sich junge Menschen ehrenamtlich für ihre Heimat und deren Tiere engagieren.

Herr Marquard, Sie und Ihre Landwirte sind ein echter Lichtblick! Danke für diesen Einblick!

 

Daniela Kerling